Prächtig
PRÄCHTIG
Es muss einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden, D.P., das modische Oxymoron per se, hat nicht nur das Zeug zum willkommenen Schwiegersohn, sondern auch zum kioskgängigen Glückskeksphilosophen. Ein unendlich sprudelnder Quell zur Füllung von reichbebilderten Frauenzeitschriften mit dürftiger verbaler Textur. Ein Feuchtgebiet männlichen Geschlechts. Insofern gleicht er einem bauchtaschentragenden Pauschaltouristen in Bermudashorts im Louvre. Neulich stellte er in seiner 173. Talkshow in den letzten drei Monaten sein unsägliches Talent unter Beweis. Und wie! Auf die Schlüsselfrage von R.Na., der Mod-Tussi, blieb er nicht nur eine Antwort nicht schuldig, er gründelte sogar so oberflächlich und blablate derart rätselhaft wie feuchter Kehricht, dass er in Massen die Klientel, die bisher auf Margot Käsmann eingefleischt war, als neue geistig erstickte Anhängerinnen mit toscagetränkten Taschentüchern gewann. Auf Deutsch gesagt: R. Na. ist die fleischgewordene Nichts, die viel Lärm um ni… äh … C-Promis macht.
R.Na.: „… Sehr gut, und wie viele?“
D.P.: „Bis zu 20 Stück am Tag, wenn wir in der Mitte des Lebens stehen bleiben wollen. Wie der alles mit uns verstehende Herr schon in Korinther 3, 4-7 ausführte und ich in meinen Werken vereinfacht habe. Demnächst auch als Hörbuch.“ Bei diesem Ereignis kommt ein neurotisch-analer Defaitismus zum Ausdruck. Küchenpsychologie des Kalibers, das an Stoßgebete heranreicht. Nach dieser Abgabe der Kostprobe seines Wissens und Könnens strich sich der demnächst Erhabene eine prächtige Haarlocke, die seinen Dreitagebart zu verbergen drohte, mit pomadiger Geste auf die rechte Hälfte seiner Denkerstirn. Zahllose Möchtegernphilosophinnen vor den Bildschirmen griffen zum Taschentuch.
So sehen kulturelle Liebestöter aus.
Wenn D.P. so weitermacht, wird er die Auflage des Hohlkopfs T. Jaud, ausgestattet mit soviel Verstand, wie er in einen Fingerhut passt, toppen und Nachfolger von G. Jauch.