Liebe Signe,
als heute Nachmittag der Postbote klingelte, „wohnt hier eine Rengaw?“, erlebte ich eine riesige Überraschung. Trotz des Anagramms – Rengaw verwende ich nur im Internet – hat mich unter meiner richtigen Anschrift Dein inhaltsschwerer Brie erreicht. Danke, danke. Schon beim Anlesen fand ich gute Bekannte sowie junge Schöne.
In Deiner Betrachtung zur Frage, wie das Paradies in die Creme kommt, schreibt Du: „Den Produktdesignern der Lebensmittelindustrie … sind keine Grenzen gesetzt beim Kreieren neuer Produkte…“
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Managementtrainer führte mich mein Weg häufig zu Dr. Oetker. Am Abend eines Seminartags wurde mir folgende Begebenheit anvertraut (bitte vertraulich behandeln).
Der frischverheiratete Oetker führte seine junge Ehefrau auch in die Entwicklungsabteilung. Der Chef der Entwicklung bot ihr ein soeben kreiertes Produkt – eine Heidelbeercreme - zum Verkosten an. „Igitt, igitt“ entfuhr es der jungen Frau, „ich mag keine Heidelbeeren!“
Viele Jahre, bis zur Pensionierung des besagten Chefs der Entwicklung, wurde bei Dr. Oetker kein Heidelbeerprodukt mehr entwickelt.
Die „Schere im Kopf“ setzt eine hochwirksame Grenze.
Deinem kleinen Verlag wünsche ich von Herzen, dass er sich zu einem strammen Burschen entwickelt!
Herzliche Grüße
Jupp
