Elke Heidenreich




Satiren, Glossen & Ähnliches

Elke Heidenreich

Beitragvon jupp » Di 13. Nov 2018, 21:13

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HER MIT DEM VAMPIR!

Einst war ich ein glücklicher Mensch. Irgendwie war ich total glücklich wie …, lassen wir das, Vergleiche sind immer schief wie der schiefe Turm von Pisa oder bayerische Verhältnisse. Ich will mich bessern und besser an Tatsachen halten. Meine Verdauung und der auf ihr beruhende Stuhlgang stellten sich mir bei näherer Betrachtung als normal und geregelt dar. In gleicher bürgerlicher Weise geordnet verhielt es sich auch mit der Abhilfe meiner sexuellen Nöte, die ich bis dato nicht in die Öffentlichkeit getragen hatte. Regelmäßig ging ich zweimal im Jahr zum Frisör. Kurz und gut, ich war auf dem glücklichen Weg zum emanzipierten Mann, zumal ich sogar damit begonnen hatte, die Frauen ernst zu nehmen; ich nahm sie, ganz im Ernst.
Ich kann das Datum exakt benennen, an dem mein Glück zerbrach wie der ewige Traum von Karasek, dem plappernden Kasper des deutschen Flachschirmfeuilletons, Philip Roth mit seiner sabbernden Senilsexualität würde endlich Nobelpreisträger für Literatur. Man schrieb Donnerstag, den 8. Oktober 2009, als Herta Müller der Nobelpreis zuerkannt wurde. An diesem historischen Datum, einem Freudenfest für echte Literaten, entblödete sich das Fernsehen nicht, den Kommentar von Elke Heidenreich, der Kittelschürze unter den Möchte-gern-Literaten posting.php?nxu=83392097nx54796&mode=post&f=8(„quatschen! quatschen! quatschen!“), dem Volk um das Maul zu schmieren (ein hochliterarischer Kommentar vom Format des „Foyers“ bei BookRix). Auf dem von ihr gewohnten Frisörgesprächniveau beurteilte sie, ohne zwischendurch Atem zu holen, die Frisur der Nobelpreisträgerin. Augenblicklich sonderte mein Katzilein grün-gelb-schleimigen Dünnschiss ab, ein Trauma, das bis heute anhält. Mir aber kam auf der Stelle die noch zarte Pflanze des Glaubens, Frauen seien mit Vernunft ausgestattete Wesen, abhanden, „wie anderen Stock oder Hut“, um es mit der Kästnerschen Depressionsformel zu sagen. Meine, so glücklich begonnene Emanzipationsarbeit war zerstört. Wie kann eine dumme Gans, die einen in Literatur macht, so bescheuert sein, in der Art eines männlich-debilen Tresenhockers, den Eintritt einer Frau in den Kreis der Laureaten mit einem Kommentar über ihr Äußeres zu verunstalten! Die Verleihung des Nobelpreises ist doch kein Casting bei Heidi Klum. Wann lernen das die Fernsehfrauen?

Elke, ich wünsche Dir einen Vampir an den Hals!
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jupp
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Re: Elke Heidenreich

Beitragvon gnies.retniw » Fr 23. Nov 2018, 08:32

Lieber Jupp,

nachdem der Vampir mit Elke fertig ist, schicke ihn doch bitte weiter zu den Teilnehmern des "literarischen Quartetts".

Danke!
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